Veranstaltung zu Online-Communities unter Schüler/Lehrer-Beteiligung an Dresdner Gymnasium
Montag, 28.April 2008 at 15:29:01 | In Aus der Praxis | Leave a CommentTags: Aufklärungsveranstaltung, dampfer.net, Gefahren, Mobbing, Online-Communities, SchuelerVZ, StudiVZ
Aus der Praxis
Im Rahmen einer Anfrage eines Dresdner Gymnasiums gestalteten wir mit dem JugendInfoService Dresden eine Informationsveranstaltung zum Thema Online-Communities.
Dabei standen uns zwei separate Räume in der Schule zur Verfügung, wohin sich jeweils die Schüler- und die Lehrergruppe aufteilte. Ich war der Schülergruppe zugeteilt.
Anwesend waren die Klassen-/Stufensprecher der 8. bis 12. Klassen des Gymnasiums.
Hintergrund, warum überhaupt so eine Informations-/Aufklärungsveranstaltung notwendig wurde, ist das Vorkommen von (Online-)Mobbing gegen Mitschüler und vor allem gegen Lehrer des betreffenden Gymnasiums.
Die Vorfälle lagen nun schon beinahe 2 Jahre zurück und passierten im bei Jugendlichen überaus beliebten Online-Portal dampfer.net.
Nun sollte sich, besonders von Seiten der Lehrer, beraten werden, wie man in Zukunft mit solchen (virtuellen) Herausforderungen umgehen sollte.
Nachdem jede Gruppe ca. 1,5 Stunden allgemeine Dinge zu Gefahren bei Preisgabe eigener Daten in Online-Communities erfahren hatte und ebenso erfuhr, wie leicht es für Unbefugte ist, sensible Daten den jeweiligen Profilen zu entnehmen und einzusehen, traf man sich danach gemeinsam in einem Raum, um Maßnahmen für die Zukunft im Dialog zu erarbeiten.
Jeweils ein Schüler und ein Lehrer diskutierten dann zu dieser Problematik und als Hauptergebnispunkt konnte festgehalten werden, dass eine öffentliche Bekanntmachung der „Täter“ in der Schule abgelehnt wurde und in Zukunft in jedem (!) Unterrichtsfach solche Aktivitäten in den Online-Communities in irgendeiner Weise aufgegriffen werden sollten.
Im unabhängigen Feedback erfuhr ich später von einer teilnehmenden Person, dass sich diese Konfrontation mit den Lehrern als sehr positiv herausgestellt hat. Es war wohl ein produktives Arbeiten, mit dem Lehrer als quasi gleichgestelltem (Diskussions-)Partner.
Ebenso erfuhr unsere Präsentation über die Gefahren der von Jugendlichen beliebtesten Online-Communities große Aufmerksamkeit und manch einer mag vorsichtiger geworden sein, beispielsweise was das Einstellen ganzer Urlaubsfotoserien bei SchülerVZ/StudiVZ betrifft.
„Ausziehen 2.0″ – Warum entblößen Nutzer von Online-Communities sich so leichtfertig….
Dienstag, 22.April 2008 at 17:58:26 | In Artikel - Rezensionen - Texte | 1 CommentTags: DIE ZEIT, Ego, Medienpsychologie, personalisierte Werbung, Privatsphäre, StudiVZ, Web 2.0
Ausziehen 2.0 – Die Titelgeschichte von ZEIT-Campus Nr.3 Mai/Juni 2008, S.98-107.
In diesem neuen Artikel wird wieder einmal versucht, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, warum der Einzelne so viel von sich preisgibt in sozialen Communities (hier am Bsp. StudiVZ), obwohl man doch nicht wirklich gezwungen werde. Vorausgestellt sei zu erwähnen, dass StudiVZ von der Holtzbrinck-Gruppe übernommen wurde, zu der auch „DIE ZEIT“ gehört. In Schutz nehmend muss ich berichten, dass der Artikel dennoch an Sachlichkeit und Unabhängigkeit nichts eingebüsst hat.
Beginnend mit den durchaus beeindruckenden Fakten, dass 5 Millionen StudiVZ-Nutzer eine stetig wachsende Online-Community bilden, die sich auch von personalisierter Werbung nicht haben abschrecken lassen, steht dann auch die Information, dass StudiVZ auf 6,3 MILLIARDEN Page-Impressions (monatlich?) kommt. Deutlich vor den Konkurrenten Facebook oder Wer-kennt-wen.
Von Interesse nun: „Warum gibt man [...] alles leichtfertig von sich preis?“ und „Wer liest da eigentlich alles mit?“
> „Aufmerksamkeit“, behauptet der Medienpsychologe Jo Groebel, Leiter des Deutschen Digital-Institut Berlin. Er beschäftigt sich u.a. mit solchen Ereignissen wie DSDS oder MySpace. Zusammen mit ein paar Kollegen gab er das Buch „Privatheit im Öffentlichen Raum“ heraus.
Die These(n): Alles, was in Online-Communities über sich erzählt wird, wird auch gleich mit Aufmerksamkeit belohnt, was wiederum dem Ego sehr gut tut. Das führt nun so weit, dass die heutige (also auch meine) Studentengeneration schon als die „Generation Me“ charakterisiert wird. Die narzistischste Studentengeneration dank der Technik allgemein und, besonders dank Web 2.0.
Weiter: Internet hat Aufmerksamkeit demokratisiert, d.h. jeder kann senden, empfangen und empfangen werden. Es sei dank Web 2.0 leicht geworden, sich darzustellen, niemand müsse mehr etwas von programmieren verstehen (= Niederschwelligkeit?!) und das allerschönste dabei, es werde nichts tolles erwartet von einem….(siehe dieser Blog und auch dieser Beitrag :=).
Nun geht es aber weiter im Text mit der Psychologie von StudiVZ: Gruppen als Ausdruck von Solidarisierungsversuchen mit Anderen, eigener StudiVZ-Sprech (bsp. die Gruppe “ Wir trinken Bier nur an Tagen, die mit g enden. Und mittwochs.“, frei übersetzt mit „Ich habe ein Alkoholproblem“
.
Die Offenheit, die an den Tag gelegt wird, erstaune wohl viele Ältere. Es werde bereits gefragt (in soziologischen Kreisen), ob überhaupt noch ein Bewusstsein von Privatheit existiere. Es folgen längere Passagen, wo sich über ‘Privatsphäre’ im Allgemeinen ausgelassen wird, dann allerdings wird der Schuldige gefunden. Es seien entgrenzende Medienspektakel, die hier ihr übriges tun.
Und damit sei die Eingangsfrage schon fast beantwortet, auf den restlichen Seiten des Artikels wird lediglich auf die Gefahren dieser „Neuen Offenheit“ (vgl. J.Habermas) verwiesen. Personalchefs würden sich schon länger dieser Daten bedienen und einige Bewerbungsgespräche seien deshalb schon geplatzt. Überhaupt, die Werbung. Das Für und Wider wird diskutiert und es werden auch Vorsichtsmaßnahmen genannt mit medienpädagogischer Ausrichtung, wie der Einzelne sich gegen zu viel Offenheit im Netz schützen kann. Dinge, welche von mir im Praktikum in 5. und 6. Klassen diskutiert werden, haben anscheinend auch für unbedarfte studentische Klientel hohen Nutzwert.
Einschätzung: Nun ja…dies soll der Artikel gewesen sein. Recht unterhaltsam journalistisch aufgearbeiteter Stoff, mit (für mich) wenig Neuem. Für Einsteiger in die Thematik durchaus empfehlenswert.
Diskussion: Wie sozial sind die „Neuen Medien“?
Freitag, 18.April 2008 at 23:43:27 | In Diskussionen | 2 CommentsTags: soziale "Neue Medien"
Eine plakative Frage, die sicherlich mehr als eine Antwort kennt. In dieser Formulierung könnte sie wohl auch in bekannten großen deutschen Nachrichtenmagazinen als Aufmacher taugen. Jedoch soll hier ein kleiner Theoriebildungsprozess angeregt werden, wofür so die Fragestellung als geeignet erscheint.
Sitzungsprotokoll vom 16.04.2008
Freitag, 18.April 2008 at 17:41:06 | In Sitzungsprotokolle | Leave a CommentTags: Bookmarking, Fachkräfteportal, Identität, Medienpädagogik, Netzwerke, Online-Communities, Online-Mobbing, SchuelerVZ, soziales Internet, StudiVZ
Wie bereits auf http://www.selbst-denken.de/index.php/Main/Output eingetragen, an dieser Stelle nochmal eine Auflistung einiger Gedanken, welche in der 1.(Präsenz-)Sitzung thematisiert wurden:
- Idee zu gemeinsamem Bookmarking – Netzwerk: bei www.alltagz.de [ERLEDIGT]
- Idee zu Wiki zum Seminar - http://soziale-arbeit-und-social-media.wik.is/ [ERLEDIGT]
- Idee, dass jeder Teilnehmer des Seminars eigenen Blog anlegt [ERLEDIGT]
- Diskussion: Das Internet zur Selbstdarstellung? Verweis auf Jan Schmidts Studie zu Social Software als Bestandteil des Identitätsmanagement.
- Diskussion: StudiVZ/SchülerVZ-Profile als konfrontatives Mittel gegen Mobbing an Schulen. Auswertung erster Erfahrungen dazu in der nächsten Woche.
- Das Fachkräfteportal des Jugendinfoservice Dresden als Möglichkeit der Publikation sozial- und jugendrelevanter Themen
- Diskussion: Vergleich realer und virtueller (sozialer) Netzwerke
Bisherige Erfahrungen der Seminarteilnehmer zum Thema „Internet und Soziales“:
- Referat über „Selbsthilfe und Internet“
- Anwendung von Mancur Olsons „Logik des kollektiven Handelns“ auf das Kollektivgut „Wissen auf Wikipedia“
Dank an Torsten für die Protokollierung:).
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