Diskussion: Wie sozial sind die „Neuen Medien“?

Freitag, 18.April 2008 um 23:43:27 | Veröffentlicht in Diskussionen | 2 Kommentare
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Eine plakative Frage, die sicherlich mehr als eine Antwort kennt. In dieser Formulierung könnte sie wohl auch in bekannten großen deutschen Nachrichtenmagazinen als Aufmacher taugen. Jedoch soll hier ein kleiner Theoriebildungsprozess angeregt werden, wofür so die Fragestellung als geeignet erscheint.

 

 

2 Kommentare »

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  1. Zumindest ist sich RTL in seinem journalistisch hochwertigen Magazin „EXTRA“ (Sendung vom 21.04.2008 ) darüber sicher, dass soziales Miteinander bei StudiVZ vermehrt in Gruppen wie „Sex für Taschengeld“ zum Ausdruck gebracht wird. Es soll tatsächlich eindeutige Gruppen bei StudiVZ geben, welche mit eindeutigen Gruppen-Titeln auch Eindeutiges offerieren…..Unglaublich, sag‘ ich da, das bei über 5 Millionen Nutzern so etwas geschieht.

  2. Wie sozial sind Neue Medien?

    Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, hier ist Differenzierung erforderlich. Neue Medien verbinden und Neue Medien grenzen aus. In der so genannten Informationsgesellschaft mit über 90%igem Internetversorgungsanteil gerät es leicht aus dem Blick, dass viele Menschen durch die Neuen Medien ausgegrenzt werden. Neben ökonomischen Bedingungen, die für die Verfügbarkeit eines Internetanschlusses erforderlich sind, sind es vor allem kulturelle und bildungsseitige Hürden, die das Internet aufbaut.
    Bei mehr als 2 Mio (!) Analphabeten im reichen Bildungsland Deutschland darf schon die Frage erlaubt sein, ob wir überhaupt eine repräsentative Anzahl von Bürgern mit diesem vor allem textorientierten Medieum erreichen. Dann gibt es noch Millionen von Menschen mit Migrationshintergrund, die häufig nicht über ausreichende Sprachkenntnisse verfügen und die sich Informationen über das Internet nur bedingt erschließen können.

    Ein differenzierte Blick auf den „Durchschnittsbürger“ macht außerdem deutlich, dass es an grundlegenden Kompetenzen zur Nutzung Neuer Medien mangelt. So sind die Recherche- und Beurteilungskompetenzen hinsichtlich aufgefundener Informationen als häufig mangelhaft zu bewerten. Die „Bewertung“ der Inhalte überlässt man Google („was dort steht, muss ja gut sein“).

    Neue Medien sind nur dann ein Medium für die Masse, wenn man deren Einführung und Nutzung mit Bildungsangeboten koppelt, die die Menschen zur Nutzung der Medien befähigen. Und hier spreche ich ganz bewusst nicht nur von so genannten „Bildungsbenachteiligten“!

    Grundsätzlich sollte das Prinzip des „Medienmixes“ gelten, d. h. Informationen immer auf unterschiedlichen Wegen zu verbreiten – persönlich, digital, analog (Print). Außerdem solten trotz hohem Versorgungsgrades mit INternetanschlüssen in Privathaushalten weiterhin öffentliche und kostenlose Internetnutzungsmöglichkeiten angeboten werden (Schule, Bibliotheken, Behörden, Jugendeinrichtungen…)

    Es gibt viel zu tun…


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