Medienprojekt „Communities“ mit Schülern der 6.Klasse

Donnerstag, 15.Mai 2008 um 14:05:00 | Veröffentlicht in Aus der Praxis | 1 Kommentar
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Aus der Praxis 2

Erneut führte der Weg des JugendInfoService an eine Dresdner Schule. Es galt, einer 6.Klasse einer privaten Schuleinrichtung die Abgründe und Gefahren, die sich bei der Benutzung von populären Online-Communities wie dampfer.net, schuelerVZ.net etc. ergeben, aufzuzeigen und dafür zu sensibilisieren im Allgemeinen. Erarbeitung von Medienkompetenz also. Ein Elternabend (ebenfalls mit JIS-Beteiligung) ging diesem Projekt bereits voraus.

Konzeptionell sollte der Einstieg im Stuhlkreis und mit offener Diskussion gelingen. Leider verlief dies doch recht schleppend, möglicherweise waren Fragen in die Schülerrunde wie „Was reizt Dich an Communities?“ oder „Warum suchst Du Kontakt zu Unbekannten im Netz?“ doch zu überfordernd für manch einen. Die etwas zielgruppenrelevantere Frage (da weniger philosophisch zu beantworten) nach dem „Wozu nutzt Du das Internet?“ wurde dann entsprechend Geschlechterstereotyp beantwortet: Jungen spielen mit 12 hauptsächlich, die Kommunikation mit anderen spielt eher eine marginale Rolle. Die Mädchen hingegen, ihren gleichaltrigen Schulkameraden ja entwicklungsbedingt mindestens einen Schritt voraus, legten ihre Prioritäten im Netz ganz klar fest mit „Kommunikation“. Bemerkenswert war doch die erschreckend naive Herangehensweise aller Schüler beim Surfen im Internet. So wird doch viel (Ur-)Vertrauen in Wikipedia gesetzt („Was dort steht muss ja richtig sein!“) und, dass beim Chatten mit Unbekannten ja doch ein erhebliches Gefahrenpotential besteht, war vielen neu.

Die anschliessend verwendete Powerpoint-Präsentation (die auch schon beim letzten Mal im Gymnasium zum Einsatz kam) wurde interessiert verfolgt. Besonderes Interesse galt den ausgewählten Beispielprofilen, welche anschaulich zeigen, wie in Communities gegen den Jugendschutz verstoßen wird und, noch schlimmer, wo offen kriminelle und politisierende Botschaften bezeugt werden.

Anschliessend sollte auf einem A4-Blatt eine fiktive Maske einer Community-Anmeldeseite ausgefüllt werden. Dies wurde von den Schülern begeistert getan, wobei sich bei den Ergebnissen drei Lager ergaben: Die „Ernsthaften“, die „Spaßigen“ und die „Verweigerer“: auch in Klasse 6 gibt es Schüler, welche dem ganzen Online-Treiben nichts abgewinnen können.

Nachdem diese „Trockenübung“ dann absolviert wurde, kam es nach einer kurzen Pause zur Praxiskür. Wir wechselten ins Computerkabinett, wo die Schüler dann ihre zuvor auf Papier gebrachten Ergebnisse in die Anmeldemaske eingeben sollten. Das dies nicht eins zu eins umgesetzt wurde, war zu hoffen gewesen. Die Mädchen besaßen sowieso schon beinahe jede ein Profil und so entwickelte sich dann auch eine gewisse Eigendynamik, welche schwer zu beschreiben und charakteristisch ist für junge Menschen im Netz. Wir hingegen nutzten die Minuten der Unaufmerksamkeit und störten die mediale Idylle dann mittels Beamer und dem unmittelbaren an die Tafel projizierten Profils einer Schülerin aus dem Computerkabinett. Die Verwunderung war groß, als bemerkt wurde, dass wir mittels eines Fake-Profils Zugriff auf alle gerade angemeldeten (minderjährigen) User hatten. Dieses Aushebeln des so genannten „Jugendschutzes“ bei der Community dampfer.net sorgte dann doch für eine kritische Hinterfragung aller Online-Aktivitäten, was ja auch erreicht werden sollte von unserer Seite.

Insgesamt doch ein positives Resume der Veranstaltung, was auch viele interessierte Nachfragen bzgl. der Thematik gegen Ende dann belegten.

1 Kommentar »

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  1. Hallo David, netter blog und interessant zu lesen. Bienchen, weiter so!


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